Was ist Positionstrading?

Positionstrading ist aufgrund seiner Einfachheit die am schnellsten wachsende Trading-Strategie. Besonders der geringe Zeitaufwand – Positionstrading eignet sich hervorragend für Trading nach Feierabend – machen diese Trading-Form nahezu unschlagbar. 

Inhaltsverzeichnis:

  • DOCH WAS IST POSITIONSTRADING GENAU?
  • POSITIONSTRADING IST LANGFRISTIGES TRADING
  • POSITIONSTRADING BEDEUTET, SICH ZU POSITIONIEREN
  • VORTEILE DES POSITIONSTRADINGS GEGENÜBER KURZFRISTIGEN TRADINGSTRATEGIEN
  • EIN BEISPIEL DES SETZENS VON TRAILINGSTOPPS IM POSITIONSTRADING
  • POSITIONSTRADING ALS BUY AND HOLD-STRATEGIE
  • WAS IST POSITIONSTRADING – ZUSAMMENFASSUNG

Doch was ist Positionstrading genau?

Positionstrading ist die ideale Mischform aus langfristigem Investment und kurz- bzw. mittelfristiger Reaktion auf die Entwicklung einer Aktie. Dadurch hat sich Positionstrading besonders als sogenannter Zweitberuf bewährt. 

 

Positionstrader folgen den Grundregeln der technischen und fundamentalen Analyse. Das klingt schwieriger als es letzten Endes ist, denn Positionstrader haben langfristige Trends im Blick. Das heißt, der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen. Haben Sie einmal einen Trend (als Aktie, Rohstoffe, Edelmetalle, Indices) ausgemacht, dann sind kurzfristige Einflüsse, Finanznachrichten oder kleinere Preisbewegungen kein Thema. 

 

Positionstrading ist langfristiges Trading

Ihre Strategie als Positionstrader beläuft sich auf langfristige Markteinflüsse, historische Charttrends und das Gesamtbild. Tägliches auseinandersetzen mit den eingegangen Positionen sind besonders unter Trading-Anfängern eher kontraproduktiv. 

 

Positionstrader kaufen nicht eine Aktie, um sie bei einem kurzfristigem Rückgang direkt wieder zu verkaufen. Wenn Sie sich als Positionstrader für einen Trade entscheiden, dann halten Sie sich an einen bestimmten Plan. Diesen Plan sichern Sie mit Stoppkursen ab. Das heißt, haben Sie eine bestimmte Aktie als kaufenswert eingestuft, setzen Sie einen Stoppkurs anhand der Charthistorie. 

 

Untenstehendes Chartbild verdeutlicht, wie Sie anhand bestimmten Indikatoren ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidung ausrichten. Der abgebildete Chart ist ein Tageschart, so wie Sie ihn im Positionstrading am häufigsten nutzen. Tageschart bedeutet, pro Tag eine Kerze. Der Begriff „Kerze“ wurde aus dem englischen „candlestick“ übersetzt. Pro Tag in der Charthistorie eine Kerze, sprich ein senkrechter Balken. Tagescharts bilden die Entwicklung einer Aktie von mehreren Wochen bis hin zu mehreren Monaten ab. 

Tageschart im Positionstrading als Abbildung, so wie es Trader in ihrem Tool benutzen
Positionstrading Tageschart

Mithilfe dieser oder ähnlicher Charts können Sie aus der vorangegangenen Entwicklung ihre Stoppkurse ablesen und danach setzen. Stoppkurse sind automatische Verkaufskurse bei einer sich entgegenläufigen Entwicklung Ihres Tradingplanes. In der Praxis heißt dies, Sie geben Ihrem Broker den Auftrag, dass er die jeweilige Aktie bei einem bestimmten Unterschreiten Ihres festgelegten Stoppkurses die Aktie verkauft. Sie müssen also nicht jeden Tag, jede Stunde oder gar jede Minute die Richtung Ihrer Aktie verfolgen. 

Positionstrading bedeutet, sich  zu positionieren

Wie bei jeder Art von Trading  müssen Sie vorher wissen, warum Sie diesen, Ihren bestimmten Trade eingehen. Wenn Sie sich für eine Position als Trader entscheiden, lassen Sie Ihre Trades zu einer Position werden. Anders als im Daytrading halten Sie Ihre Position über Nacht. Im Gegenteil. Sie setzen ihre Stoppkurse „relativ“ (besonders im Vergleich zu Daytradern) großzügig. 

 

Kurzfristige, kleinere Einflüsse bedeuten nicht den Verkauf der Trading-Position, da diese Art von Trading einen längeren Zeithorizont beinhaltet. Dafür, dass Sie nicht auf jede kurzfristige Schwankung reagieren müssen, sind Sie bei lang anhaltenden Trends kontinuierlich dabei. Und langanhaltende Trends bedeuten  hin und wieder hunderte oder gar tausende an Prozenten. 

Vorteile des Positionstradings gegenüber kurzfristigen Tradingstrategien

Positionstrader erzielen mit geringem Zeitaufwand ihrer Bemühungen die bestmöglichen Ergebnisse. Im Zeitmanagement nennt man dies das Pareto-Prinzip. Der Zweck der Pareto-Methode ist es, mit möglichst geringem Aufwand einen großen Nutzen zu erzielen. 

 

Anders ausgedrückt und auf das Trading umgemünzt: Im Gegensatz zu anderen Trading-Formen sind Sie als Positionstrader wesentlich effizienter. Das Prinzip: Mehr Einsatz plus mehr Zeit ist mehr Gewinn wird im Positionstrading nahezu umgekehrt. 

 

In der Praxis heißt das, Sie entscheiden sich für eine Position (für eine Aktie, ein Indices, Edelmetall oder ähnliches). Danach legen Sie anhand der Charthistorie einen Stoppkurs fest. Positionstrader verwenden hierfür die Funktion eines Trailing-Stopps. Die Höhe des Stoppkurses passt sich automatisch der Entwicklung der Aktie an. Steigt die Aktie, wird der Wert des vorher festgelegten Stoppkurses automatisch angepasst. Viel mehr müssen Sie nicht tun. Erfahrene Positionstrader benötigen für ihre Positionen nicht mehr als 3 x 10 Minuten pro Woche. 

Ein Beispiel des Setzens von Trailingstopps im Positionstrading

Nehmen wir an, der Aktienkurs beträgt zu Ihrem Kaufzeitpunkt 100 Euro. Aufgrund des historischen Chartverlaufes stellen Sie (im vorher erkannten Aufwärtstrend) eine Schwankungsbreite von 5 bis 8 Dollar/Euro fest. 

 

Sie setzen also Ihren Trailingstopp ca. 10 Dollar unter dem aktuellen Kurs, um ein eventuelles geringfügiges Ausschlagen abzufangen. Steigt die Aktie anschließend auf beispielsweise 150 Euro, wird der Stopp im Laufe dieser Entwicklung sekündlich angepasst. Bei 150 Euro betrüge der Stoppkurs dann 140 Euro. 

 

Besonders einfach geht dies bei unserem bevorzugtem Broker Trading 212. Das Bild zeigt ein Setzen des Trailingstopps anhand des Beispieles von Gold. Der gesetzte Trailingabstand beträgt 20 Dollar. Steigt der Kurs beispielsweise von aktuell 1452 auf 1500 Dollar, so steigt der Trailingstoppkurs parallel auf 1480 Dollar.

 

Haben Sie also einmal die richtige Richtung erkannt, dann sind Sie nur ein stiller Beobachter. Sie genießen die Richtigkeit Ihrer Entscheidung ohne weiteren Aufwand. Deshalb eignet sich Positionstrading besonders für Einsteiger oder als Nebenverdienst zum eigentlichen Job, da Positionstrading ohne Weiteres nach Feierabend ausgeübt werden kann.

Abbildung der Broker-Plattform Trading 212 anhand des Setzens eines Trailingstopps
Setzen eines Trailingstopps im Positionstrading

Positionstrading als Buy and Hold-Strategie

Ein weiterer Begriff, auf den Sie im Positionstrading öfter stoßen werden, ist das oben beschriebene Konzept von Buy and Hold. Im Wesentlichen halten Sie bei einer Buy-and-Hold-Strategie eine Investition über einen langen Zeitraum und hoffen, dass der Preis – je nachdem, ob Sie auf steigende oder fallende Kurse setzen - im Laufe der Zeit steigt oder fällt. 

 

Diese Strategie ist ein Zwilling des Positionstradings. Ist ein langfristiger Trend erkannt, heißt dies: Kaufen, (Trailing)- Stopps setzen und eventuell Geduld haben, denn nicht immer entwickelt sich der Wert direkt so, wie es sich der Positionstrader erwartet hat. 

 

In der Regel zahlt sich diese Strategie jedoch aus. Geduld schlägt unüberlegte Spontanhandlungen. Der größte Feind des Traders ist die Angst vor Verlusten. Genau wie im richtigen Leben. Jeder Trader kennt das. Es ist nicht leicht, vorhandene Gewinne schmelzen zu sehen. Es gibt ganze Buchreihen zu diesem Thema. Mit dem konsequentem Umsetzen des Positionstradings beherrschen Sie dieses Thema. 

Was ist Positionstrading – Zusammenfassung

  • Positionstrading ist Trading über einen Zeitraum von meist Wochen, Monaten bis hin zu Jahren.
  • Positionstrading heißt: Langfristige Trends erkennen und daraus den maximalen Profit erzielen.
  • Positionstrader setzen Trailingstopps – dadurch machen sie sich frei von kurzfristigen Ereignissen und spontanen Fehlentscheidungen.
  • Positionstrading nutzt das Pareto-Prinzip: Mit minimalem Zeitaufwand den höchstmöglichen Nutzen erreichen.
  • Positionstrading eignet sich besonders für Trading-Einsteiger oder als Nebenverdienst zum Hauptjob.