Gleitende Durchschnitte in der Technischen Analyse

Gleitende Durchschnitte gehören seit jeher zu den beliebtesten Indikatoren in der Technischen Analyse. Sie sind einfach anzuwenden und trotzdem aussagekräftig.

Der Hauptgedanke hinter gleitenden Durchschnitten ist denkbar einfach: Aus einer bestimmten Anzahl von Perioden, die Sie für einen gleitenden Durchschnitt auswählen, wird ein Durchschnittswert ermittelt und als dynamische Linie dargestellt.

 

Dadurch werden gelegentliche Schwankungen eines Wertpapieres oder Indizes geglättet. Somit können größere Trends besser identifiziert werden.


Die 200-Tageslinie

Die 200-Tageslinie ist der wohl wichtigste und bekannteste Indikator der Durchschnittslinien. Wie der Name schon sagt, zeigt er den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage an.

Auf Grund seiner Popularität ist er besonders beliebt und wird von Tradern in der ganzen Welt anerkannt. Die 200-Tageslinie wird vor allem zum Erkennen von langfristigen Trends eingesetzt.

Gleitender Durchschnitt Technische Analyse
200-Tageslinie in der technischen Analyse

weitere wichtige durchschnitte

Die meisten Nutzer gleitender Durchschnitte entscheiden sich für die typischsten Einstellungen von 14, 20, 50, 90, 100, und/oder 200.

Als Faustregel dabei gilt: umso kürzer der Anlagehorizont - umso kürzer die Wahl der Anzahl der Kurse/Perioden.

Ein Daytrader wird sich eher für 14 Perioden (oder sogar noch kürzer) entscheiden. Ein längerfristiger Anleger beurteilt seine Kauf- und Verkaufsentscheidungen dagegen mehr nach den 100 oder 200-Tageslinien.

Exponentielle Gleitende Durchschnitte (EMA)

Anwender der Technischen Analyse entscheiden sich oft für exponentielle Durchschnitte (EMA). Sie werden genauso wie die einfachen gleitenden Durchschnitte berechnet, gewichten aber die jüngsten Perioden höher.

Dadurch reagieren diese Durchschnitte schneller auf jüngere Kursveränderungen. Eventuelle Signale sind aktueller, weil sie die gegenwärtige Kursentwicklung stärker berücksichtigt.

Gleitende Durchschnitte - Anwendung

Gleitende Durchschnitte werden in der Technischen Analyse besonders angewandt, um:

  • den übergeordneten Trend in verschiedenen Zeithorizonten zu erkennen
  • zufällige Schwankungen visuell auszugleichen (glätten)
  • Kauf- und Verkaufsentscheidungen anhand von Signalen zu treffen

Kreuzungssignale - crossover rules

Ein Kreuzungssignal (engl. crossover rule) entseht bei einem über oder unterschreiten der jeweiligen Durchschnittslinie. Der Trend wird gekreuzt und löst ein Signal aus. Viele Trader beobachten dies und richten ihre Entscheidungen danach aus. Allein dies kann einen Kurs gerade bei marktengeren Werten maßgeblich beeinflussen.

 

Anwendung von Kreuzungssignalen (crossover rules)

  • der Durchbruch sollte dynamisch (steil) erfolgen
  • in einer Seitwärtsbewegung haben crossover rules wenig Aussagekraft
  • umso kürzer der Anlagehorizont ist, umso kürzere Zeitperioden werden bei den gleitenden Durchschnitten als Signalgeber verwendet.

Beispiele - Gleitende Durchschnitte in der Technischen Analyse

twitter

Twitter - Gleitender Durchschnitt 50

Twitter - 50 Perioden
Twitter gleitender Durchschnitt - Technische Analyse

Dow Jones

Dow Jones - Gleitender Durchschnitt 20

Dow Jones 20 Perioden
Dow Jones gleitender Durchschnitt - Technische Analyse